Worauf solltest du achten, wenn du einen Welpen aufnimmst?
Du hast die Entscheidung getroffen: Du möchtest einen Welpen. Aber worauf solltest du achten? Alle Welpen sind süß – und man verliebt sich blitzschnell. Wie kannst du vermeiden, eine falsche Entscheidung zu treffen?
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Wohlfahrt
3 Februar '26 • 4 Min Lesezeit
Viele Menschen entscheiden sich für einen Welpen, weil sie den Hund von Anfang an an das Leben gewöhnen möchten, das er führen wird, und ihn möglichst lange bei sich haben wollen. Oder weil sie sich ein bestimmtes Rassemerkmal wünschen. Bevor du dich für einen Welpen entscheidest, ist es jedoch wichtig, dir bewusst zu machen, dass die Erziehung eines Welpen viel Zeit und Aufmerksamkeit erfordert – oft auch schlaflose Nächte. Wisse also, worauf du dich einlässt. Möchtest du doch lieber einen älteren Hund? In den Niederlanden warten viele Hunde im Tierheim auf ein neues Zuhause.
Tipp 1 – Wähle einen Hundetyp, der zu dir passt
Bevor du mit der Suche beginnst, solltest du dir überlegen, welcher Hundetyp zu dir und deinem Lebensstil passt. Bist du ein sportlicher Mensch, der viel draußen ist, oder liegst du lieber auf dem Sofa? Muss der Hund tagsüber allein bleiben können? Hast du eine lebhafte Familie? Wähle eine Rasse oder einen Typ, der zu deinem Alltag passt. Ein aktiver Hund braucht viel Bewegung, ein ruhiger Hund passt oft besser in ein hektisches Familienleben. Dabei sind nicht nur Rasse oder Mischung wichtig, sondern auch der Charakter der Elterntiere. Frage danach, wenn du einen Wurf besichtigst.
Tipp 2 – Wähle einen gesund gezüchteten Welpen
Mehrere Hunderassen gelten kaum noch als wirklich gesund. Bei vielen Rassehunden treten erbliche (genetische) Erkrankungen auf. Um möglichst lange Freude an deinem neuen Freund zu haben und Kummer sowie hohe Tierarztkosten zu vermeiden, ist es wichtig, dich darüber zu informieren. Manche sagen, dass nur Mischlinge noch wirklich gesund sind – doch auch hier ist es wichtig zu wissen, wer die Elterntiere sind. Achte darauf, dass der Welpe gechipt ist und einen EU-Heimtierausweis besitzt. Wenn du dich für einen Rassehund entscheidest, sollte er auf jeden Fall einen Stammbaum haben, und du solltest dich gründlich über die Rasse und den Züchter informieren. Du kannst dich jederzeit an den Rasseverein wenden, um Tipps zu erhalten. Bitte den Züchter, dir den Kaufvertrag und andere Unterlagen vor dem Besuch zuzusenden. Manche Züchter verwenden im Vertrag Formulierungen wie „mangelhaftes Produkt“. Das kann bedeuten, dass sie keine Verantwortung übernehmen, falls der Hund krank wird. Im Zweifel lieber Abstand nehmen oder zumindest eine sachkundige Person hinzuziehen!
Tipp 3 – Welpen und Pass genau prüfen
Wenn du weißt, welche Art von Hund du suchst, und dich gut informiert hast, kannst du einen Wurf besuchen. Zunächst ist es wichtig, dass der Welpe selbst gesund aussieht. Achte darauf, dass er aktiv ist, klare Augen und eine saubere Nase hat. Bitte außerdem um eine tierärztliche Gesundheitsbescheinigung. Ein gesunder Welpe hat keinen Durchfall, hustet nicht und wirkt gepflegt. Auch alle Impfungen sollten in Ordnung sein. Frage nach den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und sieh dir die Ergebnisse an. Überprüfe, ob auf rassetypische Erkrankungen getestet wurde.
Tipp 4 – Überprüfe den Züchter
Besuche den Züchter immer zu Hause. Ein Welpe sollte bei seiner Mutter und seinen Wurfgeschwistern aufwachsen. Es ist kein gutes Zeichen, wenn du die Mutterhündin nicht sehen kannst – möglicherweise stammt der Welpe dann aus einer Massenzucht in Osteuropa und wurde zu früh von der Mutter getrennt. Das kann ein Hund sein Leben lang spüren und Verhaltensprobleme entwickeln. Bedenke außerdem: Ein Stammbaum sagt nur etwas über die Herkunft des Welpen aus, nicht über das Risiko erblicher Erkrankungen. Ein Tierarzt kann gegebenenfalls mit beurteilen, ob ein Welpe gesund gezüchtet wurde. Achte auch darauf, welche Fragen der Züchter dir stellt. Ein guter Züchter interessiert sich für deine Situation und berät dich ehrlich, ob der Welpe zu dir passt. Sei sehr vorsichtig, wenn der Züchter keine Fragen stellt oder den Welpen schnell verkaufen möchte.
Tipp 5 – Zeit, Kosten und Versicherung berücksichtigen
Ein Welpe kostet viel Zeit und auch Geld. Große Hunde fressen mehr, manche Rassen verursachen höhere Kosten beim Hundefriseur, und einige Rassen sind aufgrund bestimmter genetischer Erkrankungen schwer oder gar nicht zu versichern. Verschaffe dir einen Überblick über die Kosten für Futter, Tierarzt, Impfungen, eventuell Hundebetreuung oder Gassigehservice sowie Spielzeug. Erwäge den Abschluss einer Tierkrankenversicherung für unerwartete Behandlungskosten.
Tipp 6 – Achtung!
Niemand, der Hunde liebt, möchte einen Welpen aus einer Massenzucht kaufen. Wer das dennoch tut, unterstützt diese fragwürdige Branche. Zum Schluss daher noch einige Warnsignale. Wenn du Zweifel hast, kaufe den Welpen nicht – egal wie süß (oder bemitleidenswert) er wirkt!
- Der Welpe muss gechipt und geimpft sein
- Heimtierausweis und Impfpass müssen korrekt sein (dein Tierarzt kann dies prüfen)
- Die Mutterhündin muss beim Besuch zu sehen sein
- Mehrere Würfe gleichzeitig sind meist kein gutes Zeichen
- Zu junge oder ungepflegte Welpen, verklebte Augen, Durchfall oder Husten sind Warnsignale
- Wenn du den Züchter nicht zu Hause besuchen darfst, sondern den Welpen irgendwo abholen sollst, ist Vorsicht geboten